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Share of Model: Die neue KPI statt Google-Ranking
Herausgeber: S.E.C. GmbH · findbar.biz
Marketingverantwortliche kennen Share of Voice seit Jahrzehnten als Maß für die eigene Sichtbarkeit gegenüber dem Wettbewerb. Doch seit KI-Suchsysteme wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Mode ganze Antworten statt Linklisten liefern, reicht diese Kennzahl nicht mehr aus. Ein neuer Begriff macht seit einigen Monaten die Runde: Share of Model.
Wie berechne ich einen nachvollziehbaren Anteil an KI-Nennungen?
Lege zuerst ein festes Set relevanter Fragen, Plattformen und Wiederholungen fest. Zähle die Antworten, in denen dein Unternehmen vorkommt, und teile sie durch die Zahl der ausgewerteten Antworten. Halte die Definition einer Nennung und die Testbedingungen über Vergleichszeiträume hinweg gleich.
Was ist Share of Model?
Share of Model ist der Anteil aller KI-generierten Antworten zu einer Kategorie, in denen deine Marke ausdrücklich genannt, empfohlen oder als Primärquelle verwendet wird. Die Definition wurde im Juni 2025 von INSEAD-Forschern gemeinsam mit der Agentur Jellyfish im Harvard Business Review eingeführt. Die Formel dahinter ist bewusst einfach gehalten: Brand-Erwähnungen durch KI-Modelle geteilt durch die Gesamterwähnungen in der Kategorie, ausgedrückt in Prozent.
Warum jetzt ein neuer KPI?
Der Grund liegt in der Art, wie Nutzer heute Antworten konsumieren. So sind sogenannte Zero-Click-Suchen, bei denen Nutzer eine direkte KI-generierte Antwort erhalten und niemals eine Website anklicken, bereits für 59,7 % aller Google-Anfragen in Europa verantwortlich. Ist Googles AI Mode aktiv, steigt dieser Wert auf 93 Prozent. Klassische Klickraten und Rankings verlieren damit als alleinige Erfolgsmessung an Aussagekraft.
Fachleute ordnen die Entwicklung historisch ein: Share of Market → Share of Voice → Share of Search → Share of Model. Jede Stufe bildete jeweils ab, wie Kunden in der jeweiligen Marketing-Ära tatsächlich Kaufentscheidungen trafen – heute eben zunehmend im Dialog mit einer KI.
Share of Model vs. Share of Voice: der entscheidende Unterschied
| Kennzahl | Was sie misst | Beispiel |
|---|---|---|
| Share of Voice | Relative Sichtbarkeit im Markt, beispielsweise in Suchergebnissen oder sozialen Netzwerken | Wie oft taucht mein Name in Rankings/Erwähnungen auf? |
| Share of Model | Wie oft KI-Systeme deine Marke erwähnen, zitieren oder empfehlen, wenn sie relevante Fragen beantworten | Nennt ChatGPT meinen Betrieb, wenn jemand nach einem Anbieter fragt? |
Der entscheidende Unterschied liegt in der Binarität der Antwort: Ein Nutzer, der bei Google sucht, sieht zehn blaue Links. Ein Nutzer, der ChatGPT fragt, erhält eine synthetisierte Antwort, die eine Marke, mehrere oder gar keine nennt. Es gibt keine Seite 2, auf der man wenigstens noch auftaucht.
Die DACH-Chance: Der Markt ist noch leer
Für deutschsprachige KMU ergibt sich aktuell ein reales Zeitfenster: Der First-Mover-Vorteil in den deutschsprachigen Ländern ist real. Laut einer KfW-Analyse von Februar 2026 nutzen nur 20 Prozent der DACH-KMU überhaupt KI – und praktisch keines von ihnen fragt sich, ob es in KI-generierten Antworten vorkommt. Gleichzeitig zeigen internationale Studien, dass Markenbekanntheit allein nicht ausreicht: INSEAD-Forschung zeigt, dass starke traditionelle Markenbekanntheit sich nicht automatisch in KI-Sichtbarkeit übersetzt.
Auch regionale Fachmedien bestätigen den zeitlichen Rückstand: Der DACH-Markt liegt geschätzt sechs bis zwölf Monate hinter dem angloamerikanischen Markt. Der Begriff „Share of Model“ ist im deutschsprachigen Raum noch kaum bekannt. Wer als lokales Unternehmen oder als Agentur jetzt beginnt, systematisch zu messen, sichert sich einen Vorsprung, bevor der Begriff zum Standard-Pitch-Argument jeder Agentur wird.
So berechnest du deinen eigenen Share of Model
- Definiere 15-20 realistische Kundenfragen aus deiner Branche und Region (z. B. "Welcher Malerbetrieb in Linz ist empfehlenswert?").
- Stelle diese Fragen wiederholt an ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI Mode – nicht nur einmal.
- Zähle, in wie vielen Antworten dein Name vorkommt, und teile diese Zahl durch die Gesamtzahl der Antworten, in denen überhaupt ein Anbieter genannt wird.
- Erhebe denselben Wert für deine wichtigsten Wettbewerber, um eine Vergleichsbasis zu haben.
- Wiederhole die Messung monatlich, denn eine einzelne Abfrage ist Zufall. Ohne Wiederholung und Trend ist keine Kennzahl belastbar.
Wichtig dabei: nur ein Modell zu prüfen reicht nicht, denn jede Plattform zitiert aus einem anderen Index – wer nur ein Modell misst, übersieht, wo er wirklich fehlt. Genau diese Mehrfach-Messung über verschiedene KI-Systeme hinweg ist zeitintensiv, wenn man sie manuell durchführt – hier kann eine automatisierte Überwachung wie findbar.biz Wochen an Handarbeit einsparen.
Fazit
Share of Model ist kein weiteres Buzzword, sondern die logische Weiterentwicklung von Share of Voice für eine Suchwelt ohne Klicks. Für DACH-KMU und SEO-Agenturen, die jetzt anfangen, diesen Wert für sich und ihre Kunden zu tracken, ist das Fenster für einen echten Wettbewerbsvorteil noch weit geöffnet.
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